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Abschied von Gerd Stoppa

Gerd-Stoppa-Vogtland-Anzeiger-Mitarbeiter-Plauen-Abschied-TrauerDie Redaktion des Vogtland-Anzeigers trauert um ihren freien Mitarbeiter Gerd Stoppa. Er starb am 26. Oktober und wurde 79 Jahre alt.

Plauen – Fehlerfreies Deutsch sprechen und schreiben – das war Gerd Stoppa ein großes Anliegen. Oft, wenn er in unsere Redaktion trat, konfrontierte er uns Journalisten mit dem Fehlerteufel, der sich mal wieder im täglichen Recherche-Stress und Kampf mit dem Redaktionsschluss und dem versäumten Blick in den Duden eingeschlichen hat.

Gerd Stoppa war oft unbequemer Mahner und Kritiker, jedoch auch treuer Mitarbeiter und Schreiber. In deutscher Sprache erwies er sich als gelernter Maschinensetzer und späterer Student für Russisch und Französisch sattelfest. Manchmal verblüffte er uns nicht nur mit dem Wissen, wie man komplizierte Fremdwörter schreibt, sondern auch, woher sie stammen und wie man sie in Französisch, Italienisch oder Latein ausspricht.

„Gerd war der intelligenteste von uns dreien“, sagt sein älterer Bruder Klaus (85) über ihn und zollt ihm Anerkennung, das Abi später mit 1,0 geschafft zu haben. Er, Gerd und die heute 78-jährige Schwester stammen aus Auerbach. Gerd Stoppa wurde am 12. April 1938 geboren. Als junger Mann lernte er Maschinensetzer, arbeitete zuerst bei der Druckerei Hoffmann, dann in Zwickau und in Leipzig bei der Volkszeitung. Dort bestärkte man ihn, das Abi nachzumachen.

Danach ging es in Leipzig zum Sprachenstudium. Aus familiären Gründen – Gerd Stoppa war damals mit einer Veterinärmedizin- Studentin verheiratet – gab er sein Studium auf, bedauert Klaus Stoppa. Mit verschiedenen Tätigkeiten verdiente er sich bis zur Rente sein Brot. Eine war das Schreiben von Beiträgen für den Vogtland- Anzeiger. So waren es kirchliche Themen, für die Stoppa brannte.

Häufig und gern zu Gast war er bei Konzerten im Pianosalon Kirst in Plauen. Weil Gerd Stoppa sprachbegabt war, zog man ihn gern als Dolmetscher auf kirchlichen Fahrten, so ins französische Taizé, hinzu. Stoppa war Katholik, zeigte sich aber offen und interessiert auch für andere Religionen.

Besonders fasziniert war er vom jüdischen Glauben – oft schwärmte er von Reisen auch nach Jerusalem. Privat hatte er 25 Jahre eine liebe Lebenspartnerin an seiner Seite. Den Hut ziehen wir vor Gerd Stoppa, weil er sich im Winter als Eisbader in die Pöhl wagte, mit Radeln fit hielt und 2014 mit 76 Jahren noch zu unserem Leserfest die Treppen des Bärensteins in rund 1:21 Minuten erklomm.

Und weil er im hohen Alter mit „Der Reichtumsuhr“ noch ein Buch schrieb, das sich mit komplexen wirtschaftspolitischen Themen auseinander setzt. Ein zweites Buch hat Gerd Stoppa geschrieben – es ist fast fertig. Nur das Schlusswort fehlt. Der Tod war leider schneller. cze

2017-11-02




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