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Mehr Sehhilfen von der Krankenkasse bezuschusst

Brille-Ratgeber-Sehhilfe-TippsIm Februar diesen Jahres verabschiedete der Deutsche Bundestag ein "Heil- und Hilfsmittelverordnungsgesetz" (kurz: HHVG) zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Bedarf für medizinische Hilfsmittel – dazu zählen auch Fehlsichtige und Sehbehinderte.

Demgemäß wurde die Gruppe der gesetzlich Versicherten mit Anspruch auf GKV-Zuschüsse für Sehhilfen erweitert. Die dazugehörige "Hilfsmittelrichtlinie" in § 12 des neuen Gesetzes, die sämtliche Versorgungsdetails festlegen soll, wurde vor kurzem vom Gemeinsamen Bundesausschuss ausgearbeitet und dem Ministerium für Gesundheit zur Prüfung (und im Zweifelsfall Beanstandung) bis Ende September übergeben.

Was heißt das für die Betroffenen? Wer ist anspruchsberechtigt, welche Kosten werden übernommen und was passiert als nächstes?

Wieder Brille auf Rezept: Aber für wen?

Gemäß des neuen HHVG können nun folgende gesetzlich Krankenversicherte einen Zuschuss für ihre Sehhilfe erhalten:

  • Erwachsene, wenn sie Sehhilfen mit einer Brechkraft von mindestens 6,25 Dioptrien benötigen oder eine Hornhautverkrümmung haben und mindestens 4,25 Dioptrien brauchen;
  • Volljährige mit einer schweren Sehbeeinträchtigung oder Blindheit ab Stufe 1 auf beiden Augen;
  • Kinder und Jugendliche bis zum abgeschlossenen 18. Lebensjahr (wie gehabt).

Die Krankenkassen bezuschussen dabei lediglich Kontaktlinsen und Brillengläser, das Gestell müssen Versicherte immer noch selbst finanzieren. Bis Ende 2018 gelten noch die aktuellen Festbeträge, die der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen bestimmt (eine Übersicht gibt es hier als PDF). Sie können je nach Brillenglasstärke, notwendigen Korrekturen und Glasmaterial zwischen 10 Euro für Einstärkengläser mit bis zu 6 Dioptrien und einem absoluten Maximalbetrag von 147,80 Euro liegen.

Bis zum Jahr 2003 hatte es Brillen sogar noch auf Rezept gegeben, und auch beim sogenannten "Kassengestell" wurden die Kosten von der Versicherung übernommen. Seitdem galt bisher, dass lediglich diejenigen Fehlsichtigen über 18 Jahren unterstützt wurden, die selbst mit einer Sehhilfe nur ein Sehvermögen von maximal 30 Prozent erzielten. Das neue Gesetz ist also durchaus ein Schritt in die richtige Richtung, dafür sprechen auch die rapide Alterung der deutschen Bevölkerung und das eifrige Engagement des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes.

Berechtigte Kritik

Jedoch stiftete das HHVG am Anfang auch einiges an Verwirrung, denn laut Augenoptiker Marcus Strunk sei es zum Zeitpunkt seiner Verabschiedung nicht ausreichend gut durchdacht worden. Eine ernüchternde Tatsache ist aber inzwischen klar: Zu den Zuständen vor 2003 werden wir wohl nicht mehr zurückkehren. Denn tatsächlich profitiert nur ein winziger Anteil aller Patienten, nämlich geschätzt 3 Prozent, von der neuen Regelung.

Die meisten Zuschüsse dürften sich dabei allerdings nur auf 10 bis 20 Euro pro Brillenglas belaufen – und das angesichts eines Durchschnittspreises von 372 Euro (laut dem Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen, kurz: ZVA) für Modelle mit Einstärkengläsern.

Dabei machen Gläser und Gestell (für das auch weiterhin nicht gezahlt wird) je einen Drittel der Kosten aus, das letzte Drittel fällt für den Verkaufsprozess samt allen damit verbundenen Services an. Gleitsichtbrillen, die schon einmal mit bis zu 1.000 Euro zu Buche schlagen können, werden bei den Zuschüssen überhaupt nicht berücksichtigt. Für die meisten Fehlsichtigen ist es somit nach wie vor unabdingbar, beim Kauf einer Brille nach möglichst attraktiven Preisangeboten von Optikern Ausschau zu halten – ob nun online oder offline.

Ein letzter Kritikpunkt gilt der bereits genannten Hilfsmittelrichtlinie. Diese legt nämlich fest, dass eine Voruntersuchung beim Augenarzt für Anspruchsberechtigte neuerdings verpflichtend ist – selbst bei Folgeverordnungen.

Wenn man bedenkt, dass ab jeder Sehstärkenveränderung von 0,5 Dioptrien schon eine neue Brille notwendig wird und die Wartezeiten beim Augenarzt zuweilen mehrere Monate betragen können, entsteht allen Beteiligten ein erheblicher Mehraufwand. Darüber regt sich vor allem der ZVA auf, der darauf hinweist, dass Optiker und nicht Augenärzte bislang die erste Anlaufstelle für Sehtests und die Versorgung mit Brillen und Kontaktlinsen gewesen sind.

2017-09-11




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