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Sportstunde statt Krankenhaus-Termin

Verspannungen, Kurzatmigkeit, Gelenkprobleme: Orthopädische Beschwerden schränken den Alltag stark ein. Reha-Sport hilft – und kann sogar eine OP ersetzen.

Füße hüftbreit, Fersenmittelpunkt und Großzehballen stupsen in den Boden, Waden- und Oberschenkelmuskulatur zieht nach oben, Wirbelsäule aufrecht, Blick nach vorn“, weist Marion Eichert ihre Kursteilnehmer an, die im Halbkreis um sie stehen und aufmerksam zuhören. Heute steht Gangschule auf dem Stundenplan der ambulanten Rehasport-Gruppe Orthopädie an der Coburger Volkshochschule.

„Mit dieser Haltung lauft ihr jetzt los, immer nach oben streben, gegen die Schwerkraft.“ Jede Woche hat Marion Eichert, Fitness- und Personaltrainerin und Reha- und Präventionsübungsleiterin, ein anderes Thema für ihre Gruppe vorbereitet: „Mal machen wir Koordinationsübungen in Form von Spielen, mal Herz-Kreislauf-Training am Stepper, mal Übungen zur Stärkung der Tiefenmuskulatur oder für die Körperwahrnehmung.“ Außerdem beschäftige man sich damit, wie man Alltagsbewegungen richtig ausführt, so dass sie rücken- und gelenkschonend seien.

Beim Gehen etwa komme eine aufrechte Haltung Gelenken und Bandscheiben zugute. Zudem sei es wichtig, mit dem Fersenmittelpunkt aufzutreten, nicht mit der Spitze. „Sonst kann es zum Fersensporn oder zu einer Schleimbeutelentzündung kommen“, erklärt die Kursleiterin.

„Ich habe hier im Kurs schon so viel gelernt – richtig stehen, richtig Treppen steigen oder die Muskulatur richtig anzuspannen“, sagt Teilnehmerin Ingrid Stelzner. Sie ist bereits seit fast drei Jahren dabei. Wegen Schmerzen in der Halswirbelsäule und im sogenannten Iliosakralgelenk in der Hüfte hatte sie damals eine Reha-Maßnahme verschrieben bekommen. „Danach waren die Beschwerden so gut wie weg.“

Um diesen Zustand aufrecht zu erhalten, geht sie seitdem einmal die Woche zum Rehasport. „Und natürlich achte ich im Alltag darauf, das Gelernte anzuwenden.“ Mittlerweile fällt ihr das nicht mehr schwer. „Dadurch, dass wir vieles wiederholen, und dass ich schon so lange dabei bin, ist es inzwischen drin.“ Auch für sie ist der Rehasport kein reines Pflichtprogramm: „Unsere Kursleiterin gestaltet den Kurs sehr abwechslungsreich, so, dass es Spaß macht.“

Auch theoretisches Wissen gehört regelmäßig zum Programm: Anhand anatomischer Zeichnungen, die sie mitgebracht hat, erklärt Marion Eichert heute unter anderem die Funktion der Tiefenmuskulatur, die zickzackartig zwischen den Wirbeln verläuft und erläutert die Lage des Spinalkanals, durch den die Nervenstränge entlang der Wirbelsäule laufen. „Da könnt ihr euch vorstellen, was passiert, wenn ein Wirbel verrutscht“, warnt Eichert.

Hannelore Rehlein kann sich das nur zu gut vorstellen. „Ich habe vier Kippwirbel. Wenn die kippen und auf den Nerv drücken, kann ich die Beine nicht mehr bewegen.“ Durch den Rehasport möchte sie eine OP umgehen. „Ich weiß noch nicht, ob es klappt, aber ich will es auf jeden Fall versuchen,“ sagt sie.

Geklappt hat es bei Annemarie Reiter. Sie ist seit mehreren Jahren Mitglied der Rehasport-Gruppe. „Ich hatte massive Probleme mit der Lenden- und der Halswirbelsäule, mit den Schultern und auch mit den Füßen. Bei mir war eigentlich alles im Argen.“ Der Arzt verschrieb ihr Rehasport, um eine OP zu vermeiden. „Und es hilft. Ich bin jetzt viel beweglicher, kann wieder laufen, wieder Fenster putzen – kein Vergleich zu früher.“ Schwer fällt es ihr nicht, jede Woche zum Kurs zu gehen. „Im Gegenteil, wenn die Stunde mal ausfällt, fehlt mir direkt etwas.

Oft, wenn es mir schlecht ging und ich zum Kurs gegangen bin, ging es mir danach besser.“ Wer orthopädische Beschwerden hat, kann seinen Arzt auf eine Verordnung für Rehasport ansprechen. Wird die Verordnung von der Krankenkasse genehmigt, kann sie bei einem Rehasport-Anbieter wie der Volkshochschule eingelöst werden. Die Teilnahme kostet dann einen geringen Zusatzbeitrag. Eine Verordnung umfasst 50 Einheiten, danach kann der Arzt eine weitere Verordnung ausstellen; eine Teilnahme als Selbstzahler ist aber auch möglich.

Zum Abschluss macht das Grüppchen, das sich heute zum Außentermin an der Tongrube im benachbarten Dörfles getroffen hat, an einem kleinen Abhang Halt. Hier lässt Marion Eichert nun das richtige Auf- und Abwärtsgehen üben. „Der Rumpf bleibt stabil, der Körper aufrecht – sonst drückt zu viel Gewicht auf Knie, Hüftgelenke und Lendenwirbelsäule.“ Mehrmals laufen die Teilnehmer im Gänsemarsch den Trampelpfad entlang, Eichert beobachtet und korrigiert, wo nötig. Nach 60 Minuten entlässt sie ihre Teilnehmer – natürlich mit der Hausaufgabe, das Gelernte im Alltag zu üben und anzuwenden.

2017-06-29




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