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Wende: Vogtländer letztes Opfer am Eisernen Vorhang

041109 GrabFalkenstein – Nicht an der deutsch-deutschen, sondern an der österreichisch-ungarischen Grenze ist das letzte Todesopfer des Eisernen Vorhangs zu beklagen.

 

Genauer gesagt: 15 Meter hinter der Grenze, auf österreichischem Territorium starb der aus Falkenstein stammende und in Weimar arbeitende Architekt Kurt-Werner Schulz bei einem Fluchtversuch mit seiner Lebensgefährtin Gundula Schafitel und seinem damals sechsjährigen Sohn Johannes. Eine Kugel eines ungarischen Grenzsoldaten traf ihn im Mund. Das war am 21. August 1989.


 Nachdem bereits Anfang Mai zwischen Ungarn und Österreich begonnen wurde, die Grenzanlagen zu demontieren und am 27. Juli die beiden Außenminister mit Bolzenschneidern den Grenzzaun zerschnitten, war der Eiserne Vorhang schon recht löchrig geworden. Das wiederum ermunterte Zehntausende DDR-Bürger über Ungarn in den Westen zu flüchten. Am 19. August nutzten 661 DDR-Bürger das Paneuropäische Picknick, eine von Österreichern und Ungarn gemeinsam organisierte Friedensdemonstration, bei der symbolisch bei Sopon drei Stunden lang die Grenze geöffnet wurde, zur Flucht gen Westen.


Am 19. August 1989 fahren sie mit ihrem auffälligen, schwarzen Rallye-Trabi nach Ungarn. Noch am selben Abend kommt das Paar mit ihrem Sohn in Budapest an. Dort erfährt es vom Paneuropäischen Picknick und der geglückten Flucht einiger Hundert DDR-Flüchtlingen. Sofort erklären die Weimarer, sie würden ebenso flüchten wollen, am liebsten sofort. Ein ungarischer Freund erklärt ihnen, dass eine Flucht noch immer gefährlich sei. Trotz aller Warnungen macht sich das Paar am Sonntag, 20. August auf den Weg in Richtung Sopron, so nah an die Grenze wie es ihnen möglich war.


In der Nähe der ungarisch-österreichischen Grenze wird das Auto Kurt-Werner Schulz“ und Gundula Schafitels von einem ungarischen Grenz-Offizier angehalten. Die Deutschen halten sich in einem acht Kilometer breiten Grenzstreifen auf, den nur Anwohner oder Besitzer einer Sondergenehmigung betreten dürfen. In der ungarischen Kaserne werden schließlich die Personalien der drei DDR-Bürger aufgenommen. Vonseiten des ungarischen Offiziers bekommen sie zu hören, sie müssten wieder nach Hause fahren. Glück für das Paar mit Kind, denn normalerweise müsste die DDR-Botschaft informiert werden. Die Heimreise, eine Verurteilung und Gefängnisstrafe wäre den beiden sicher gewesen. Auf Grund der derzeitigen Umwälzungen und der Liberalität Ungarns herrscht ein unsteter Zustand. Die drei werden schließlich wieder freigelassen und verbringen anschließend die Nacht in ihrem Auto in der Nähe der Kaserne.


Am Morgen des 21. August 1989 machen sie sich wieder auf zur Grenze. Dass die Grenze wieder undurchlässig für sie ist, wissen sie nicht. Mit Hilfe einer Karte schaffen sie es bis zu dem Grenzdorf Répcevis. Eine ungarische Familie gewährt ihnen Unterschlupf und die drei Flüchtenden können sich und ihr Auto verstecken.


Als es dunkel wird, verabschiedet sich die dreiköpfige Familie von ihren ungarischen Helfern, Kurt-Werner Schulz schenkt ihnen seinen Rallye-Trabi, während Gundula Schafitel das Nötigste in einer Plastik-Tüte verstaut. Der ungarische Bauer weist ihnen den Weg in ein nahegelegenes Maisfeld, das ihnen Schutz bieten soll. Hinter dem nahen Stacheldrahtzaun, am Pappelwald beginnt Österreich. Als Gundula Schafitel, Kurt-Werner Schulz und ihr Sohn Johannes den Zaun erreichen, zerreißt ein sich überschlagender Knall eines Sturmgewehr-Schusses die nächtliche Stille. Kurt-Werner Schulz brüllt, Frau und Kind sollen rennen, rüber nach Österreich, sich in Sicherheit bringen. Gundula Schafitel und ihr Sohn laufen in den nahe liegenden Wald, um sich zu verstecken. Kurt-Werner Schulz bleibt zurück, stellt sich, um seine Familie zu schützen, zwei ungarischen Grenzern in den Weg.


Offiziell passiert daraufhin folgendes: Während Frau und Kind in den Wald flüchten konnten, haben die beiden ungarischen Grenzsoldaten Kurt-Werner Schulz erreicht. Dieser schleudert dem Soldaten eine Tasche in das Gesicht, sodass dieser taumelnd zu Boden geht. Als Schulz sich umwenden und zur Grenze laufen möchte, hält ihn der Grenzer am Fuß und reißt Schulz ebenso zu Boden. Daraufhin kommt es zu einer Rangelei auf dem Boden um die entsicherte Kalaschnikow des Grenzsoldaten. Bei dieser Auseinandersetzung rollen beide, unter den Grenzzaun hindurch, in das österreichische Territorium hinein. Plötzlich löst sich ein Schuss und Kurt-Werner Schulz bleibt mit einer Schusswunde im Mund-Rachen-Raum 15 Meter hinter der österreichisch-ungarischen Grenze regungslos liegen. Der Grenzsoldat, der mit Kurt-Werner Schulz um die Waffe rang, ist regungslos, befindet sich in einem Schockzustand, während sein Opfer verblutet.


Nach dem Fallen des zweiten Schusses und dem Ausbleiben einer Antwort auf ihre Rufe rennt Gundula Schafitel zurück in Richtung Grenze. Sie findet einen unter Schock stehenden Grenzsoldaten und ihren toten Mann vor. Auf den Boden gekniet, Schulz“ Kopf im Schoß erstarrt sie, spürt warmes Blut über ihre Hände rinnen, die den Kopf ihres Mannes halten. Die Schüsse bleiben nicht unbemerkt. Es kommen weitere ungarische Soldaten zur Grenze, fordern Gundula Schafitel und ihren Sohn auf, zurück auf ungarischen Boden zu kommen. Der Tote wird zurück über die Grenze gezerrt.


Nicht Chris Gueffroy, der im Februar 89 an der Berliner Mauer erschossen wurde, sondern der 36 Jahre alte Kurt-Werner Schulz aus Falkenstein ist das letzte Opfer des Eisernen Vorhangs. Der Soldat, aus dessen Waffe der Schuss kam, lebt heute zurückgezogen. Der ORF Burgenland hat mit ihm gesprochen. „Mir tut das Ganze sehr leid, dass es so passieren musste. Aber ich glaube, wenn sich damals das Gewehr in meine Richtung gedreht hätte, wäre ich dort gelegen. Mein Leben hing an einem dünnen Faden“, so der Soldat. Strafrechtlich wird er nicht verfolgt, der damals 19-Jährige nahm aber jahrelang psychotherapeutische Hilfe in Anspruch, um das Erlebte verarbeiten zu können. „Ja, ich war genauso ein Opfer und das werde ich weiter sein, weil man das nicht vergessen kann“, sagt der Soldat heute.

Quelle: www. friedlicherevolution.de/ORF

 

2009-11-05




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