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Burgsteingebiet will sich besser vermarkten

250311 KerkelingeGroßzöbern – Im Burgsteingebiet gedeiht eine besondere Art der „Weichtiere“: Der gelben Muschel auf blauem Grund können die Wanderer rund um Wallfahrtskirchen und Kienmühle bald öfter begegnen.

 

Die Muschel ist das Zeichen des wiedererstehenden Jakobswegs, der über eine Distanz von rund 2400 Kliometern nach Santiago de Compostela führt. Die nordspanische Stadt gilt als Begräbnisort von Jakobus dem Älteren, einem der zwölf Apostel Jesu Christi.


„Wir wollen das Burgsteingebiet mit seinen Naturschönheiten bekannter machen“, eröffnete Andreas Zetzsche, Vorsitzender des Vereins „Burgstein erleben“ am Mittwoch den Vortragsabend im Gewölbekeller der Agrargenossenschaft in Großzöbern.


Eingeladen hatte er zwei, welche den Jakobsweg „erpilgert“ haben, Ullrich Franke aus Plauen und Günter Müller aus Köditz. „Wir sind dabei, den Partnerschaftsweg Plauen-Hof als Jakobsweg zu erschließen“, erzählte Müller. „Wir“ – das ist der Verein Sächsischer Jakobsweg an der Frankenstraße. Die mittelalterlichen Pilgerwege sind heute zum Teil überbaut oder nicht mehr kenntlich.


Die Strahlen der stilisierten Jakobsmuschel stehen für die Vielzahl der Wege, die sich in Nordspanien im Umfeld der Pyrenäen zum „Camino de Santiago“ in einem Strang vereinigen. Der Knotenpunkt der Muschel verkörpert das Ziel, er weist immer in die Richtung, in die gepilgert wird, nur diese wird ausgeschildert. Müller bemühte sich in seinem Vortrag über die Geschichte des Jakobsweges um Kürze. Neben Rom und Jerusalem wurde Santiago de Compostela im 11. und 12. Jahrhundert zu einem der drei Hauptziele der christlichen Pilgerfahrt. Jakobus ist der Nothelfer in ausweglos erscheinender Situation.

 

Die Legende besagt, dass der Heilige den Spaniern im Kampf gegen die Araber beistand. Reformation und nationale Kriege bewirkten im 16. Jahrhundert einen Rückgang der Pilgerreisen, die jedoch nie ganz abbrachen. Seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts steigen die Pilgerzahlen rasant – bis weit über 100 000 pro Jahr. Einen Höhepunkt dieser Entwicklung markiert der Unterhalter Hape Kerkeling mit seinem Bestseller „Ich bin dann mal weg“. In Spanien werden die deutschen Pilger schon „Kerkelinge“ genannt, meinte Müller im Scherz. Menschen wollen loslassen, suchen Harmonie und innere Ruhe, wollen Umkehr und Veränderung, beschreibt er seine Erfahrung als Jakobspilger.


Ulrich Franke nahm den Jakobsweg im zweiten Anlauf 2009 unter die Wandersandaletten. Der Galerist am Plauener Altmarkt und Vater zweier erwachsener Kinder musste nach dem Ende seiner Beziehung und seines Geschäfts mit sich ins Reine kommen. Freimütig und bewegend erzählte er von seiner Krise. Sein Multimedia-Vortrag begeisterte mit bestechenden Fotografien, überwältigenden Bildern von Natur, Städten und Landschaft. Der Europarat hat 1987 die „Wege der Jakobspilger“ zur Europäischen Kulturroute erklärt. Doch auch öde Gleichförmigkeit und den Verfall vieler Kirchen hat der Vogtländer in Frankreich und Spanien kennen gelernt. Nach über Tausend Kilometern auf monatelanger Wanderung, nach mehrmals verschlissenen Schuhen kam der Gedanke ans Aufhören vor dem Ziel. Franke hat ihn überwunden mit Hilfe eines Pilgerfreundes, der ihn auch das Pilgerlied auf flämisch lehrt. Franke singt es vor, in den Kirchen am Weg gehört das Singen als Stärkung dazu. Der Austausch mit Gleichgesinnten unterwegs – das ist für ihn eines der stärksten Motive, auf dem Jakobsweg zu pilgern und der Unterschied zum „normalen“ Wandern.


Stempel an den Stationen des Pilgerwegs in den Pilgerausweis berechtigen zur Einkehr in den preisgünstigen Pilgerherbergen und zum Tragen der Jakobsmuschel. Das Zeichen wird an die Hutkrempe oder die Pelerine – den Wanderumhang – geheftet. Um die Finanzen aufzubessern, entwickelt Franke eine Geschäftsidee. Er massiert die müden Füße seiner Mitpilger. Ins Vogtland zurückgekehrt, wurde daraus eine neuer Beruf. Seit einem Jahr studiert Franke an der Fachschule in Bad Elster Physiotherapie. Die Route des Jakobswegs im sächsischen und bayerischen Vogtland verläuft von Plauen über Kürbitz (Butterweg), Schwand, die Kienmühle im Kemnitztal, Burgstein, Heinersgrün, Blosenberg, Ullitz, Trogen, Haidt nach Hof. Über Oelsnitz wird eine Nebenroute ausgeschildert – die historisch belegt ist. Die dortige Jakobskirche hat aber Jakobus den Jüngeren als Namenspatron. Gesucht werden preiswerte und doch stimmige Quartiere für Pilger zwischen Plauen und Hof.

 

Von Renate Wöllner

 

2011-03-25




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