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Falkenstein verliert fast Viertel seiner Einwohner

Eine neue Studie zeigt, wie sich Sachsen in den nächsten Jahren verändert. Die Großstädte wachsen, der ländliche Raum dünnt weiter aus. Vor allem in einer Region wächst die Gruppe „80 Plus“ rasant.

Gütersloh/Dresden – Sachsen wird in den nächsten 15 Jahren einer Prognose zufolge um 240.000 Einwohner schrumpfen. Das sind etwa so viele Menschen wie in einer Stadt wie Chemnitz leben. Insgesamt käme der Freistaat dann im Jahr 2030 nur noch auf 3,81 Millionen Einwohner, wie die Bertelsmann Stiftung in einer gestern veröffentlichten Studie vorhersagte.

Das sind rund 5,9 Prozent weniger als noch 2012 – damals verbuchte Sachsen mehr als vier Millionen Einwohner. Laut Stiftung klafft die Schere zwischen Stadt und Land künftig noch weiter auseinander: Während die Städte wie Leipzig (plus 13,9 Prozent) und Dresden (plus 10,9 Prozent) deutlich wachsen, verlieren Kommunen wie Hoyerswerda (Landkreis Bautzen), das vogtländische Falkenstein oder Gröditz im Kreis Meißen mehr als 23 Prozent ihrer Bewohner.

Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter: 2030 sind die Hälfte der Sachsen älter als 50,2 Jahre (2012: 48,2 Jahre). In den schrumpfenden und alternden Regionen werde es damit schwieriger, eine gute Infrastruktur zu garantieren, warnte Bertelsmann-Stiftungsvorstand Brigitte Mohn. Auch in einwohnerschwachen Regionen brauche man flexible Mobilitätsangebote, schnelles Internet und eine angemessene Gesundheitsversorgung.

Die Zahl der Senioren über 80 Jahre steigt in Sachsen bis 2030 um 41,3 Prozent auf insgesamt 367.380. Bundesweit liegt der errechnete Anstieg bei 47,2 Prozent auf dann 6,3 Millionen Menschen im Alter von 80 Plus. Den höchsten Zuwachs in dieser Altersgruppe steht laut Studie den Städten Dohna (plus 125,2 Prozent) und Freital (plus 106,7 Prozent) bevor (beide Sächsische Schweiz-Osterzgebirge).

Mit dem Anstieg dieser Altersgruppe vergrößere sich auch der Unterstützungs- und Pflegebedarf in den Kommunen, so Mohn. „Es droht die Gefahr von Versorgungslücken durch zu wenige Pflegekräfte.“ Bei den Berechnungen ist berücksichtigt, dass Deutschland insgesamt von einer verstärkten Zuwanderung profitiert. Bundesweit werden dennoch sinkende Bevölkerungszahlen vorhergesagt. Demnach werden in 15 Jahren in Deutschland nur noch 79,97 Millionen Menschen leben, das sind 0,7 Prozent weniger als 2012. va

2015-07-09




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