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Hub-Blog Der Robert Hochbaum, das ist einer von uns! Dieser Satz einer Vogtländerin über den direkt gewählten Bundestagsabgeordneten ist vermutlich die höchste Auszeichnung, die man als Fremder im Vogtland erreichen kann. Der Pforzheimer, seit der Wende in Auerbach als Leiter des Arbeitsamtes tätig, ist seit 2002 direkt gewählter Abgeordneter in Berlin. Obwohl er zweifellos der beliebteste Politiker in der Region ist und bei der Wahl 2013 sein bestes Ergebnis erzielte, kündigte er seinen Rückzug an. 2017 wird er nicht mehr als Direktkandidat für die CDU antreten. Hochbaum ist dann 63.


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Neonazis „besuchen“ Plauener Asylbewerberheim

Plauen – Im Ausschuss für Bildung und Soziales, der dieser Tage im Umwletamt des Behördenzentrums tagte, trug sich jüngst Unfassbares zu. Ein NPD-Abgeordneter in Begleitung kräftiger Männer redete sich in Rage.

Es kam zu keiner nennenswerten Reaktion bei den Ausschussmitgliedern und dem Leiter der Tagung, Bürgermeister Levente Sarközy, was den Plauener Stefan Postier vom Aktionsbündnis „Vogtland gegen Rechts“ empört. Denn es blieb nicht bei diesem einzigen Eklat, wie Postier im Interview mit VA-Mitarbeiter Frank Blenz feststellt.

Was empfanden Sie ob dieser Sitzung?

Die Reaktion der meisten Mitglieder des Bildungs- und Sozialausschuss, das pure Schweigen gegenüber den Aussagen des NPD-Abgeordneten Thomas Lauter über Asylheime und Asylpolitik, das ist einfach nicht hinnehmbar. Als Plauener Bürger sehe mich von diesen Stadträten nicht vertreten, die sich eben nicht gegen diese braunen Leute stellen. Die Reaktion des jungen CDU-Stadtrates Tobias Kämpf und das Verlassen des Raumes durch den berufenen Bürger Frank Trtschka fand ich gut. Von allen anderen Anwesenden hätte ich weit mehr erwartet, Linke, Grüne, SPD.

Es gab noch mehr Grund zur Empörung?

Ja, man muss sich das mal vorstellen: da geht nach der Sitzung eine Abordnung des Stadtrates gemeinsam mit dem Herrn Lauter und dessen Sympathisanten in und durch das Asylheim. Das ist gesetzlich so gar nicht mehr zulässig, der Termin hätte im nichtöffentlichen Teil der Sitzung durchgeführt werden können, eben ohne diese Leute. So aber sind doch wirklich Mitglieder der Organisation „Der Dritte Weg“ durch das Heim marschiert.

Worum handelt es sich beim „Dritten Weg“?

Das sind Leute einer Organisation, die sich als Ausweichtruppe des seit 2014 verbotenen Freien Netz Süd zusammengetan haben. Dritter Weg klingt bewusst nach III. Reich und auch deren Programm ist an das Parteiprogramm der früheren NSDAP angelehnt. Diese Leute haben enge Kontakte im ganzen Land, sogar nach Ungarn zu den Nazis dort und bis zu Faschistengruppen in Griechenland.

2014 hat das Freie Netz Süd in Plauen schon mal agiert?

Ja. 2014 gab es bekanntlich einen großen neofaschistischen Auflauf in der Spitzenstadt, dazu viel Polizei und durch diese erfolgte eine unangemessene Einkesselung zahlreicher engagierter Plauener Bürger, die allesamt erkennungsdienstlich erfasst wurden, weil sie sich den Nazis entgegenstellen wollten. Sogar eine Kirche wurde von der Polizei gestürmt.

Und 2015?

Nun können diese Leute vom Dritten Weg sogar mal wie brave Bürger „Ortsbegehung im Asylheim spielen“. Dass der Stadtrat, der Bürgermeister, der Oberbürgermeister bislang nichts taten, sich nicht distanzierten und nicht aufwachen, das ist ein Skandal. Ich finde es scheinheilig, wenn dann bei Antinazi-Demonstrationen diese Politiker mal eben mitlaufen und doch nichts tun.

Was fordern Sie als Vertreter des Aktionsbündnisses „Vogtland gegen Rechts“?

Das Motto „Plauen ist bunt“ muss mit echtem Leben erfüllt werden, Courage gezeigt werden. Die Bürger, die Stadträte – sie dürfen sich nicht wegducken. Für uns, für die Flüchtlinge, für die Stadt.

2015-02-18




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