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Naturnahes Bett für Plauener Milmesbach

210114 PL_HammerparkNeu entdecken werden auch die Plauener den Hammerpark an der Südinsel, wenn im Juli die Arbeiten abgeschlossen sind. Im Moment verändert sich täglich das Bild auf der schlammreichen Großbaustelle.

Von Marlies Dähn

Plauen – Zufrieden blickt Bauleiter Steffen Schmalfuß auf die Winterbaustelle an der Südinsel. Dort geht es flott voran, gerade auch, weil der Schnee bisher ausblieb. Bagger recken ihre Hälse. Dem kleinen Milmesbach wird ein natürliches Bett gebaut. Das alte Bett war künstlich und aus Beton. Fast vollständig sind die alten Betonelemente abgebaggert. Im Bereich Richtung Südinsel ist die Uferböschung schon ersichtlich. „Während der Bauarbeiten haben wir den Bach umgeleitet“, erklärt Steffen Schmalfuß.

Über Rohre fließt der Milmesbach nun in den abgelassenen und bereits entschlämmten Hammerteich. Neben dem Mönch, der teilweise saniert wurde, entstand ein Ablauf. Am Rande des Teiches formten die Bauarbeiter mittels Kleinbagger gerade das Sedimentations- Becken. Dadurch wird Schlamm und Schmutz abgehalten, in die Teichanlage einzuströmen. Schließlich soll der Hammerteich fischreiches Gewässer bleiben und weiterhin durch den Plauener Anglerverein bewirtschaftet werden. Mitten durch den Park führt derzeit die Baustraße. Sie verwandelt sich später in den Geh- und Radweg. Zweimal wird hierbei der Milmesbach gekreuzt. Somit entstehen auch zwei Brücken neu. An einer Brücke werden gerade die Fundamente gesetzt. Armierungseisen ragen aus dem Boden. Der Weg führt um den Teich herum , hangaufwärts in Richtung Klemmstraße zum Mammengebiet und ebenso vorbei an der augenfälligen Firma KLS (Karosserie–Lackiererei und Service GmbH Südinsel) zur Hofer Straße in anderer Richtung.

„Der Weg wird beleuchtet“, erklärt Steffen Schmalfuß. Der Hammerpark hat damit das Zeug, zu einer viel genutzten grünen Insel zu werden inmitten dieses verkehrsreichen Teiles der Stadt. Denn auch Bäume und Sträucher werden gepflanzt, sind die Großgeräte erst einmal abgezogen. Sie ergänzen später die alte Lindenallee entlang der Mauer am Fuße der ehemaligen Hammer-Villa und den Bestand der alten Bäume. Einige von ihnen wurden mittels Ummantelung sorgfältig vor Bauschäden geschützt. Am Donnerstag verschafften sich auch Mitarbeiter der obersten Denkmalschützbehörde vor Ort einen Überblick. Zur weiteren Gestaltung dieses Garten- und Landschaftsbau- Denkmales gaben sie den Mitarbeitern der Stadtverwaltung noch einige Hausaufgaben mit auf den Weg.

Aufgestellt werden im Hammerpark zudem Informationstafeln, die auf Besonderheiten der Flora und Fauna aufmerksam machen. Über genaue Inhalte sinnt Heike Grape, Fachgebiet Umweltangelegenheiten der Stadt Plauen, noch nach. Immerhin soll sich im Areal der älteste Plauener Steinbruch befunden haben. Das Eis des zugefrorenen Teiches nutzte man damals auch von der ehemaligen Brauerei als natürliches Kühlmittel für das Bierlager. Die Ruine der Brauerei ist noch heute zu finden und gehört zum weitläufigen Gelände der KLS. Die Gesamtkosten des Projektes liegen bei rund zwei Millionen Euro. Davon entfallen auf die Stadt Plauen 1,3 Millionen Euro, auf Aš 700 000 Euro. Für die Maßnahme als grenzübergreifendes Ziel-3-Projekt mit dem Namen „Kinder- und Jugendzentrum für Natur und Umweltschutz Hammerpark Plauen/Waldpark Aš“ fließen 85 Prozent in Form von EU-Fördermitteln.

Im gemeinsamen Projekt sollen Kinder und Jugendliche mit Interesse an Natur und Angeln einen Raum der Begegnung finden. Der Plauener Anglerverein und der Anglerverein Aš pflegen bereits eine enge Zusammenarbeit, versicherte Heike Grape. Eingebunden ist auch die Astrid- Lindgren-Grundschule Plauen und eine Partnerschule aus Aš. Stetig begleitet wurden auch die aktuell laufenden Bauarbeiten von Mitarbeitern des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, waren doch in der Südvorstadt Plauens besonders viele Bomben gefallen.

2014-01-21




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