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Kostenfreies Internet: 230 WLAN-Hotspots im Vogtland

110117 PL_WlanFreies Internet für alle und an allen Orten: Das ist das Motto der Freifunker aus dem Vogtland. Die Stadtwerke Plauen Strom haben den Verein in ihr Projekt „schnelles Internet“ einbezogen. Mittlerweile gibt es 230 WLAN-Hotspots im Vogtland – davon 125 in Plauen.

Von Cornelia Henze

Plauen – Peter Kober, Chef der Plauener Stadtwerke, und Kai Grünler, Freifunker und IT-Spezialist, haben am Montag dem Wirtschaftsfördererausschuss ihr WLAN-Projekt vorgestellt. Zusammengefunden haben hier zwei, die dasselbe wollen:

Durch top WLAN-Erreichbarkeit die Stadt Plauen und das Vogtland attraktiver machen. Als professioneller Partner, der Internetpräsenz freilich vor allem kommerziell an die Kunden weitergibt, sitzen die Stadtwerke im Boot. Ende vorigen Jahres ging das schnelle Internet via 18 Kilometer langer Glasfasertrasse in Betrieb.

Drei Millionen Euro investierten die Stadtwerke dort. Mit 100 Megabit pro Sekunde Surf-Geschwindigkeit ist Online-Gaming und Video-Streaming in Plauen pures Vergnügen. Eher im Amateurbereich, aber technisch versiert, sind die Vogtland-Freifunker unterwegs. „Wir versuchen eine Grundabdeckung an WLAN anzubieten, die es ermöglicht, zu einer vernünftigen Geschwindigkeit ins Internet zu kommen“, lautet Kai Grünlers Devise.

Während die Luxus-Variante der Stadtwerke 100 Megabit anbietet, und hochwertigere Router mit mehr Antennen und Kanälen zum Einsatz kommen, gelangt man über die von den Freifunkern gestellten Routern mit rund 10 Megabit ins Datennetz.

„Wir verwenden preiswertere Technik, die gut funktionieren und wenig Strom verbrauchen. Uns kommt es auf Erreichbarkeit des Internets an, weniger auf Geschwindigkeit“, so Grünert.

Mitte vorigen Jahres wurde der Verein „Freifunk Vogtland“ gegründet, dem derzeit rund zwei Dutzend Leute angehören. Die Gemeinnützigkeit des Vereins ist beantragt, womit die Freifunker signalisieren: Der Verein arbeitet nicht gewinnorientiert. Investiert habe der Verein bisher 12.000 Euro in Hardware (Router), finanziert ohne jegliche Förderung, nur durch Sponsoren.

Der jeweilige Kunde, der in oder an seinem Gebäude öffentliches WLAN wünscht, kauft den Router zum Selbstkostenpreis – und bekommt von den Freifunkern die Software kostenlos aufgespielt und eingerichtet. An 230 Punkten im Vogtland gibt es derzeit schon einen Hotspot – davon 125 in Plauen.

Vor allem in der Plauener City, wie auf der Bahnhofstraße, auf Alt- und Klostermarkt, auf der Neundorfer Straße und – wichtig für Asylbewerber: auch auf der Kasernenstraße – ist der Internet- Zugang dank der Freifunker möglich.

Im Vogtland profitieren schon die Städte Auerbach, Reichenbach, Oelsnitz, Schöneck, Treuen und Mühlleithen von der Freifunker-Idee. So kann man am Skihang Schöneck ins weltweite Netz, uns sogar auf mancher Skiloipe. Auf großes Interesse sei das Angebot auf Hoteliers, wie das Hotel Alexandra und das City-Hotel gestoßen – hier gab es Referenzobjekte.

„Es gibt aber auch Leute, die unsere Idee ablehnen, weil sie sich nicht mit der Technik und den neuen Möglichkeiten auskennen“, bedauert Grünler. Der könnte sich vorstellen auch Museen und touristische Attraktionen mit Gratis-WLAN auszustatten und damit touristische Angebote zu verbinden.

Erste Tests liefen: So konnten Plauener Weihnachtsmarktbesucher so nebenbei beim Glühweinschlürfen ins Internet „schlüpfen“, die Freifunker gaben WLAN frei zum Spitzenfest und dem Sparkassen-Marathon. Auf Interesse, aber auch ein wenig Zurückhaltung stieß die Idee im Wirtschaftsförderausschuss. Es bedürfe einer politischen Entscheidung, wer in welchen Gebäuden und Orten WLAN schalten dürfe und wer nicht, so Bürgermeister Levente Sárközy.

Er rief die Fraktionen auf, sich Gedanken zu machen, wo freies WLAN unter welchen Bedingungen Sinn macht. Der durch „Die Linke“ in den Stadtrat eingebrachte Antrag „Freies WLAN für Plauen“ wurde im Juni 2016 abgelehnt – und liegt jetzt auf Eis. Grünler will aber nicht aufgeben und einen neuen Anlauf wagen.

2017-01-11




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