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Oelsnitzer Stadtwald darf natürlich wachsen

Waldumbau heißt das Zauberwort – Nadelwälder werden zu Laub- und Mischwäldern entwickelt. Auch die Sperkenstadt hat das erkannt.

Oelsnitz – Im Oelsnitzer Stadtwald mit seinem stattlichen Altholzbestand ist rund ein Zehntel der Fläche „standortgerecht umgebaut“, berichtete Revierförster Thomas Liebetrau in der jüngsten Stadtratssitzung. Der Prozess geht über Generationen. Etwa 100 Jahre werden dafür veranschlagt. Den Sperken gehören das stadtnahe Röhrholz und Schläge zwischen Arnoldsgrün und Korna.

Das weitsichtige Bewirtschaften der 144 Hektar Kommunalwald übernimmt der Staatsbetrieb Sachsenforst im Rahmen eines Forstlichen Einrichtungswerks von 2014 bis 2023. Im Wirtschaftsplan für 2017, den Liebetrau vorstellte, stehen Aufwendungen von 43.961 Euro einem Ertrag von 54.271 Euro gegenüber und damit ein Plus von rund 10.000 Euro.

Dafür sollen 880 Festmeter Holz geschlagen werden. Aufgeforstet im kommenden Jahr wird nur ein halber Hektar Wald, „dort, wo es geboten ist, denn schon Dreiviertel der Aufgaben sind erfüllt“, berichtete der Förster.

Er setzt dabei auf die natürliche Verjüngung durch das Aussamen der Bäume. Dafür bieten die Schieferstandorte des Stadtwaldes mit ihren Wasserreserven gute Bedingungen. „Kunstverjüngung“ erfolgt auf Blößen bei Rotbuche, Douglasie und Tanne. „Rehe und Hasen gehören in den Wald“ – deshalb sorgen im Röhrholz vier Zäune für den Verbissschutz. Die Waldpflege schließt die Verkehrssicherung ein.

Alle halben Jahre wird der Forst nach dürren Ästen gesichtet. Pflegemaßnahmen, Saubermachen und das Durchforsten der Jungbestände sind am Paul-Apitzsch-Blick angesagt. Auf drei Teilstücken bei Werda erfolgt die Naturverjüngungspflege.

Auch Bäume haben nur ein bestimmtes Alter. In Beständen über 140 Jahren gehe das Holz in Fäulnis über, erklärte Liebetrau. Altbestände ab 60 Jahre werden durchforstet und „maßvoll geerntet“. Es soll aber keinen Kahlschlag geben. Verwundert hatten Spaziergänger im Januar auf den „Hieb“ an der Oelsnitzer Forststraße geblickt. Ein ganzer Waldstreifen war weg.

„Die Bäume waren fast 100 Jahre alt. Bei einem Orkan hätte leicht eine Zweitonnen-Fichte auf die Hausdächer krachen können“, meinte der Förster. Einstimmig beschloss der Stadtrat den Forstlichen Wirtschaftsplan für 2017. R.W.

2016-11-15




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