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Oelsnitz: „Scheißangst“ kontra Vernunft

290116 OVL_L-FörderschuleFür Asylgegner eine gute Nachricht, doch sie stößt auf Skepsis im Publikum. Die ehemalige Lernförderschule in Oelsnitz wird vorerst nicht als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt.

Von Renate Wöllner

Oelsnitz – „Halbwahrheiten ausräumen, Sorgen und Ängste nehmen“, wollte Oberbürgermeister Mario Horn Mittwochabend zur Bürgerversammlung „Unterbringung von Flüchtlingen in unserer Stadt“ vor vollem Saal im Sprach- und Kommunikationszentrum. „Die Bundespolitik ist planlos“, schickt er voran. In der Stadt leben derzeit 35 Asylbewerber dezentral in Wohnungen, berichtet er.

Auf dem Podium sitzen neben ihm Landkreis-Dezernentin Christina Uhlenhaut, Volker Neef als verantwortlicher Koordinator für die Asyl- Unterbringung, Thomas Kobel, der Leiter des Streifendienstes im Polizeirevier Plauen, und Pfarrer Andreas Schlotterbeck. Die Menschen allein dezentral unterzubringen, ging im Dezember nicht mehr, berichtete Neef wegen der sprunghaft gestiegenen Zahlen. Parallel wurden deshalb Notquartiere in Rodewisch, Mylau, Auerbach und Ellefeld eingerichtet.

Bis Ende des Jahres kamen 150 Flüchtlinge pro Woche – statt der ursprünglich erwarteten 200. Im Januar werden maximal noch 50 Leute pro Woche gezählt. Nun könne man die Menschen wieder in Wohnungen unterbringen. Die Oelsnitzer L-Schule, in der Bauarbeiten für rund 300.000 Euro unter anderem für den Brandschutz laufen, werde ab Mitte Februar für den Bezug zur Verfügung stehen. Doch „die Bugwelle ist zurückgegangen, die L-Schule brauchen wir auf absehbare Zeit nicht“, stellt Frau Uhlenhaut fest.

Wenn doch, „dann nur mit einer Vorankündigungsfrist von vier Wochen und einem Tag der offenen Tür“. In den Notquartieren gebe es bisher kaum schlechte Erfahrungen. Die Betreuung erfolge nach einem mit der Polizei abgestimmtem Sicherheitskonzept, 24-Stunden Wachdienst in Zweier-Besetzung und täglicher sozialer Betreuung. Die Brandschutzarbeiten in der L-Schule sind auch für eine Nachnutzung unerlässlich, stellt Horn fest.

Wie diese aussehen könnte, dazu gebe es noch keine Gedanken, räumt er auf Nachfrage ein. Die halbstündige Informationsrunde, in der zum Schluss Pfarrer Schlotterbeck um Verständnis für die Menschen wirbt, welche der Hölle des Kriegs entronnen sind, wird von zornigen Zwischenrufen abgebrochen. „Spruchbeutel“, tönt es aus dem Publikum, „es wird nicht über Probleme gesprochen“. Protest erntet auch Horn mit seiner (allzu) häufig wiederholten Frage: „Sollen wir die Menschen auf dem Marktplatz erfrieren lassen?“ Seine Position hinterfragt Tobias Schilbach: „Wieviel Einwanderer kann die Kommune sozial und finanziell stemmen? Wo ist der Einsatz Horns, um konstruktiv für Lösungen zu wirken?“

Man gebe die Meinungen über die Mandatsträger nach oben weiter, sagt der OB. Damit ist Schilbach nicht zufrieden. Wie seine Meinung zur Rolle der Bundeskanzlerin sei. „Den Satz ,Wir schaffen das‘, hat sie selbst nicht überblickt“, vermutet Horn. „Eine Obergrenze für Kommunen (bei der Aufnahme von Flüchtlingen) gibt es nicht“, informiert Kobel. Zweifel an der Einsatzstärke und –schnelligkeit der Polizei im Gefahrenfall halten an. Die Bereitschaftspolizei im Operationsgebiet von Elsterberg bis Bad Brambach wird derzeit noch von der Bundespolizei aus Klingenthal unterstützt.

„Unter uns Frauen herrscht eine Scheißangst“, äußert eine Anwohnerin der L-Schule, die ihrer Meinung nach ungenügend zum Kindergarten abgegrenzt ist. „Eine Schülerin wurde von einem Asylbewerber in ein Haus gezerrt“, erzählt Isabell Beuchert. „Es ist traurig, was wir uns hier reinholen“, meint sie und es werde alles beschönigt. Franziska Runge, eine junge Ärztin aus Rodewisch, mahnt gesunden Menschenverstand an. Der Islam habe Grundwerte, die Frau darin eine schützenswerte Position.

Probleme mit sexueller Gewalt gebe es auch unter Deutschen. Peter Koschmieder findet es traurig, wie ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag über die Menschen aus den Kriegsgebieten diskutiert wird. „Man könnte denken, hier kommen jeden Tag Waggons mit Schwerverbrechern an“, findet er.

Stadtrat Rainer Stöhr beklagt die „generell negative Stimmung“. Als Mitglied des Helfer-Kreises rät er: „Nehmen sie selbst Kontakt mit den Flüchtlingen auf!“ Weitere Helfer und Spenden werden gebraucht. Den Vorschlag von Stadtrat Björn Fläschendräger, zusätzlich einen Runden Tisch der Vereine zu gründen, um die Betreuungskompetenz zu stärken, lehnt Horn erneut ab. „Ich halte nichts von blindem Aktionismus“, sagt er. Das Schlusswort fällt Karin Ranacher zu. „Es läuft etwas schief“, meint die Lehrerin und Mitarbeiterin der Fortbildungsakademie der Wirtschaft, „es fehlt die Gemeinsamkeit in der Verantwortung“.

2016-01-29




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