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Apfel 2017 ist halber Vogtländer

011116 OVL_ApfelMassenansturm zur Apfelmesse im Riedelhof Eubabrunn. Rund 1.600 Besucher kamen. Viele ließen hier ihre mitgebrachten Äpfel bestimmen.

Von Katrin Mädler

Eubabrunn/Markneukirchen – Unter den Besuchern bei der diesjährigen Apfelmesse waren einige alteingesessenen Vogtländer – Menschen wie Äpfel gleichermaßen. Einer von ihnen ist der Safranapfel – vom sächsischen Pomologen-Verein wurde er zum Apfel des Jahres 2017 gekürt. Reiner Amme erklärte am Montag: „Der Safranapfel ist im unteren Vogtland seit Jahrhunderten weit verbreitet, er ist frosthart und sehr beliebt dort.“

Amme gehörte zu der Experten- Gruppe, die auf dem Riedelhof mitgebrachte Äpfel begutachtete – hunderte Besucher stellten sich an ihren Tischen an und vier neue Sorten konnten im Vogtland nachgewiesen werden. Kai Geringswald war aus Waldkirchen als Safranapfel-Experte angereist: „Ich habe den Apfel für 2017 mit vorgeschlagen, außerhalb unserer Region ist er inzwischen selten“, meinte das Pomologen-Vereinsmitglied.

Halb im Vogtland, halb im angrenzenden Erzgebirge ist er zu finden, im Raum Lengenfeld, Pechtelsgrün bis nach Waldkirchen. „Bei den Bauern stehen noch die urigen alten Bäume mit den gewundenen Stämmen und ausladenden Ästen.“ Der Apfel ist ausgewogen süß-säuerlich, hält sich bis in den Winter und galt bei den Bauern als beliebter Tafelapfel.

Auch Udo Falke aus Plauen kennt den neuen Apfel-Star. „Er ist wulstig und glänzt wie Porzellan. Ich warte noch auf eigene Erträge – vor einigen Jahren habe ich meine Bäume mit ihm veredelt“, meinte Falke, der inzwischen in Ruppertsgrün wohnt.

Hier zieht er Jungbäume und veredelt sie – rund 30 Stück. „Mein Großvater zeigte mir früher, wie das geht.“ Und er ergänzte: Die Liebhabersorten wirkten auf den ersten Blick oftmals unscheinbar. „Bei den Äpfeln finde ich 95 Prozent uninteressant. Der Rest sind Perlen, die ein Liebhaber heraussucht. Meine Perle ist der Luisenapfel: Bis in den Dezember muss er liegen, dann wird er derart saftig, wie ich es von keiner anderen Sorte kenne.“

Das Organisationsteam vom Landschaftspflegeverband Oberes Vogtland geht noch immer auf Apfelsorten- Suche: Die Liste von 177 gefundenen Sorten musste auf 172 korrigiert werden, da sich einige doppelt eingeschlichen hatten. Bei der diesjährigen Apfelmesse kamen jedoch vier neue Funde hinzu:

Die Sorte Gelber Richard steht in Pausa, die Credes Quittenrenette in Bobenneukirchen, die Freyberg und Parkers Pepping in Reichenbach. Experte Reiner Amme ergänzte noch: „Es ist günstiger, wenn die Besucher zum Bestimmen mehrere Äpfel mitbringen. Dann ist es einfacher. Mitgebrachte Blätter oder Äste bringen uns nichts.“

2016-11-01




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