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Reingehört: Jan Blomqvist „Remote Control“

260216 KU_JanVon Tanja Poland

Melancholie zum Vertanzen in Grau

Schnelllebig, oberflächlich, verdigitalisiert, statusgeil, überreizt, sozial verkümmert und sich selbst überholend. So ferngesteuert empfinden viele Querdenker die heutige Mainstream-Gesellschaft. Den kleinen Momenten und Gefühlen zwischendurch schenkt keiner mehr Aufmerksamkeit. Wir sind weltoffen, überall erreichbar, ungebunden, grenzenlos frei und irgendwie allein – der Fluch der Urbanität. Und genau das scheint der Berliner Jan Blomqvist zu besingen und verpackt es in eine Mischung aus Techno, Pop und Soul. Heute veröffentlicht er sein Debüt-Album „Remote Control“.

Der Kopf

Jan Blomqvist ist in den 80er Jahren geboren und nicht in Schweden, sondern in Deutschland ländlich aufgewachsen. Seine Eltern kauften ihm eine Gitarre, da er statt zu weinen lieber gesungen hat. In seiner Jugend spielt er schließlich in einer Punkband. In der Schulband wollte man ihn nicht. Die ersten Gagen spart er für einen Verstärker. Als 21-jähriger Raumfahrttechnik-Student lernt er die Techno-Szene kennen und lieben. Die Langeweile und die Monotonie auf den Floors der Clubs aufbrechen ist sein Ziel. „Lehrer werden ist doch viel riskanter, wenn man morgens nicht aufstehen mag.“ Tagsüber schläft Jan und nachts arbeitet er an seinen Tracks. Das Geld, das er als Barmann in den Berliner Kultclubs verdient, gibt er für seine Leidenschaften aus: Reisen und Musik. Und plötzlich läuft es: 2011 die Fusion-Show vor 3000 Leuten, Releases auf Dantze und Stil vor Talent. 2012 das Dachterrassen-Konzert im Berliner Week-End und das YouTube-Video wird Millionen Mal gesehen. Geschafft – die Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Der Weg

Nun ist er gefragter Singer-/Songwriter, Solo-Künstler und Bandleader. Hinter ihm liegen über 350 Gigs innerhalb von 4,5 Jahren auf sämtlichen Erdteilen, an die er sich alle erinnert. Darunter auch zwei Mal im Plauener Club Zooma. Er hat für sich das „Konzert-Techno“ erfunden. Wie? Er nimmt minimale Beats, versetzt sie mit sphärischen, deepen Klangspielereien und erschafft mit seinem Gesang den Livecharakter. Damit gibt er seinen Songs einen sehr prägenden Charakter. Wo er im Spiel ist – zum Beispiel Oliver Koletzkis „Devil In Me“ – hört man irgendwie immer raus. Ein bisschen traurig, ein bisschen düster, aber der Beat macht es irgendwie süß. Die älteren Stücke, wie „Something Says“, „Awake“, „Ink“ oder auch die 2015er EP „Time Again“ sind typische „Blomqvister“ – sensible Lyrics über Einsamkeit und Zerrissenheit mit einem Sound, der das Tanzbein nicht stillstehen lässt.

Die Platte

Und nun also das lange angekündigte Album „Remote Control“. 12 Tracks voller kleiner nächtlicher Momente und zwischenmenschlichen Sequenzen. Teilweise soulig, aber überwiegend poppig, minimal, bassbetont und treibend. Die Texte lassen viel Raum für Interpretation und wirken irgendwie philosophisch. Klar, wer sein Album mit einem Titel „Stories Over“ beginnt, muss ein Querdenker sein. Der Song ist neben „Her Great Escape“ , „Same Mistake“ und „Just OK“ einer der souligen Balladen. Flehende, fragile Vocals mit tiefen wabernden Bässen und vielen frickeligen Details, lassen eine zerfetzende Wehmut entstehen. Die schnelleren Nummern sind zwar lyrisch nicht weniger melancholisch, aber durch die tanzenden Beats sind sie voller Kraft. Die Traurigkeit als Energiequelle.
Die erste Singleauskopplung „More“ hat richtig Hit-Potenzial. Genauso „Empty Floor“, „Dark Noise“, „Drift“ (feat. Aparde) und auch die heimliche Clubhymne „Dancing People Are Never Wrong“ (feat. The Bianca Story) sind solche Anwärter. Die entstehende Dynamik der Songs ist fast schon gruselig. Man vertanzt das Thema mit Wehmut und einem Lächeln – ein ganz eigenes Gefühl entsteht.

Was es ist

„The fucking rainbow has no gold“ singt Jan in „Empty Floor“ – klingt hart, aber der Sound leuchtet irgendwie. Müsste man das Album mit einer Farbe beschreiben, wäre es Grau. Aber nicht in Form von Tristesse oder Depression. Je nachdem, was man Grau zumischt, wirkt es warm oder kalt. Eine herrlich loyale und unendlich kombinationsfähige Farbe. Was gibt es schließlich Schöneres, als das Morgengrauen? Und genau das ist der Sound von Jan: melancholisch, philosophische Lyrics über nicht griffige Gefühle. Die werden zart, nuschelig dahingehaucht, mit sattem Halfbeat untermalt. Dekoriert wird mit markanten, kleinen Klang-Finessen, die den düsteren Bässen einen herrlichen Glanz verleihen. Dezent, edel und irgendwie wärmend.

Das Fazit: Einstein hat mal gesagt: „Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein.“ Jan Blomqvist vertont solche Momente, die wir nicht verstehen – das macht er verdammt gut und vor allem sehr charismatisch. Ihn in eine Schublade zu packen ist schwierig – ein Genre-Rebell. Seine Platte ist irgendwo zwischen den Alben von Röyksopp, Massive Attack, Trentemøller, Moderat oder Portishead angesiedelt. Wer in dieser Richtung musikalisch unterwegs ist, wird an dieser Text-Klang-Symbiose festgehen und eintauchen. Wer generell elektronische Musik und Pop mag, wird sich dem Sound ebenfalls hingeben. Chapeau Herr Blomqvist für den eigens kreierten „JB-Sound“!

Live:

Ab Ende März dürfen sich Konzertgänger, Querdenker, Techno-Rüpel, Popper, Weltvergesser, und Glamour-Girls in 14 europäischen Städten auf die Band hinterm DJ-Pult freuen. Jan Blomqvist, Drummer Christian Dammann und Pianist Felix Lehmann werden dabei unter anderem am 12. April im Leipziger Täubchenthal und am 16. April in der Dresdener Scheune Station machen. Also - vertanzt die Traurigkeit mit einem Lächeln. Tickets gibt es unter www.fourartists.com oder auch bei www.tixforgigs.com.

2016-02-26




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