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Beglückend und quälend zugleich

120312 AndiehlRolf Andiel. 1992, vor 20 Jahren, gestorben. Seine wohl künstlerisch produktivste Zeit: der kritisch gesehene Niedergang der DDR und die mit Skepsis betrachtete Einheitseuphorie. Arbeiten aus den "späten Jahren", so der Titel der Ausstellung, sind seit Samstag im Vogtlandmuseum Plauen zu sehen.

Von Lutz Behrens

Plauen - Lebte er noch, so feierte Rolf Andiel in knapp einem Monat seinen 85. Geburtstag. Könnte er mit der Würde eines Ehrenbürgers seiner Stadt rechnen? So wie das seinen Plauener Künstlerkollegen und Kunstschulmitstreitern Lothar Rentsch (Jahrgang 1924) und Manfred Feiler (Jahrgang 1925) zuteilwurde. Daran ist zu zweifeln. Hatte sich Rolf Andiel doch immer zu seiner kommunistischen Gesinnung bekannt.

Er hatte das, was man pathetisch Klassenstandpunkt nannte und dessen Brüchigkeit in der DDR schlimme Folgen haben konnte, mit der Muttermilch aufgenommen. Rolf Andiel wuchs in einem Plauener Proletarierhaushalt auf. Der Vater war KPD-Mitglied. Nach der Volksschule lernte Rolf Andiel an der Plauener Staatlichen Kunst- und Fachschule für Textilindustrie weiter, bis diese 1944 geschlossen wurde. Danach Arbeitsdienst, Kriegseinsatz und Gefangenschaft bis 1948; der 21-Jährige war noch einmal davongekommen und sich dessen bewusst.

"Meiner Generation gruben sich Ereignisse extremer zeitgeschichtlicher Abläufe ins Gedächtnis", schreibt Andiel1988 im Vorwort eines Katalogs zu einer Ausstellung im Vogtlandmuseum. Er fährt fort: "Krieg, Hunger, Elend sind für die meisten dieser Jahrgänge noch erinnerungsträchtige Begriffe, die den Wert des Lebens auf elementare Weise erfassbar machen. Das Unfassbare, in jungen Jahren davongekommen zu sein, über-lebt zu haben, blieb mir stets gegenwärtig, prägte - wie auch meine proletarische Herkunft - mein persönliches Wertmaß für Wesentliches und Unwesentliches."

Rolf Andiel nennt sein bildkünstlerisches Gestalten ein Suchen nach verschiedenen Wegen, um seinen Intentionen adäquat Ausdruck verleihenzu können. Er sieht sich dabei niemals ankommen, scheint ihm "jedes Verharrenwollen in einem vermeintlichen Glückszustand" verhängnisvoll, "bedeutete es doch, sich selbst aufzugeben."

Nicht Kunst um Kunst willen

Dies ist kein Künstler, der Kunst um der Kunst willen macht. Sein Schaffensprozess, "beglückend und quälend zugleich", er ist ihm "Mittel ständiger Zwiesprache zwischen der Gesellschaft und mir selbst..." Das brachte ihm in der bleiernen Zeit, die im Herbst 1989 zum so eindringlichen Aufbegehren in Plauen führte, nicht nur Freunde ein. Eindrucksvoll sein Zyklus großformatiger Selbstporträts. Nicht nur 1988, sondern auch jetzt erneut im Vogtlandmuseum zu sehen. Programmatisch die Titel: "Gespalten", "Beschmutzt?", "Sehender" (mit toten Augen) oder auch "Säuberung" (mit der Darstellung einer Gehirnwäsche).

Arbeiten, die als Auftragswerk des FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) bereits 1980 entstanden und am eigenen Gesicht den schmerzhaften Prozess von Gesellschaftsanalyse und Selbstbefragung deutlich machen. "Er verglich Theorie und Praxis, Anspruch und Wirklichkeit, stellte fest, dass die gesellschaftliche Kommunikation gestört war, Ideen zur Phrase verkommen, Phrasen zur Idee aufgeblasen waren", so beschreibt es Frank Weiß in seinem Buch "Malerei im Vogtland". Weiß nennt Andiel einen Maler, der "zu einem künstlerischen Vorbereiter der politischen Wende von 1989/90" wurde. Zyniker sagten damals, Andiel sei der Narr, den sich König Schweigler hielt.

Von Wölfen und Lämmern

Als dann in Zeiten "blühender Landschaften" in Rolf Andiels Treuhandbild unschuldige Lämmer von Wölfen zerfleischt wurden, betrachtete dieses prophetische Kunstwerk nicht jeder mit Wohlgefallen.

Auch der Alte, der sich in den ach so herrlichen neuen Zeiten nackt und frierend neben einer Mülltonne sitzend an einer Kerze wärmt, entsprach nicht unbedingt der Lesart, wie gut es uns nun allen geht. So wurden die Bilder des politischen Künstlers Rolf Andiels in den "späten Jahren", wie Frank Weiß im Faltblatt zur Ausstellung schreibt, "zunehmend zu Psychogrammen ihrer Zeit".

Wo blieben die Arbeiten?

Die Ausstellung (zu sehen bis zum 9. April) wurde eröffnet von Dr. Silke Kral, der seit Jahresbeginn tätigen Museumsdirektorin. Konstantin Andiel, Grafik-Designer und 30-jähriger Enkel Rolf Andiels, erinnerte in einer zum Nachdenken anregenden Rede an seinen Großvater. Viel Beifall bekamen Andreas Gemeinhardt, Gitarre, und Jens Bühring, der zum Gitarrenspiel auch sang.

Nachdem die Künstlerin Elke Wolf ihre Textilarbeit in einem ehemaligen Ferienheim in Bad Elster vermisst und Klaus Helbig das Verschwinden seiner stählernen Stele aus dem öffentlichen Raum Plauens hat hinnehmen müssen, stellt sich die Frage: Was wurde aus den vielen Arbeiten Andiels? Wandbilder von ihm hingen unter anderen in der Plamag, dem Güterkraftverkehr, der Offiziershochschule oder auch dem FDGB-Erholungsheim in Schöneck. Kupfertreibarbeiten fertige Andiel an für den Ratskeller in Plauen, den Plenarsaal, die Gaststädte Stadt As und so weiter.

2012-03-12




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