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Debatte um Wandbild aus DDR-Zeiten

Schulleiterin Brigitte Schmutzler versteht die Welt nicht mehr

 

  260311 DDR_Mosaik Ein überdimensionales Mosaikbild aus der DDR an einer Wand in der Grundschule Reusa in Plauen sorgt derzeit für jede Menge Gesprächstoff. Es zeigt unter anderem Hammer und Sichel sowie Jungpioniere. Der Vogtland-Anzeiger hat Politiker, Künstler und Lehrer dazu befragt.

Von Torsten Piontkowski und Martin Reißmann

Plauen – Den (Mosaik)-Stein quasi ins Rollen brachte eine Anfrage von CDU-Stadtrat Prof. Dr. Lutz Kowalzick an die Stadtverwaltung, von der er unter anderen wissen wollte, wie hoch die Restaurationskosten für das Wandmosaik waren und wer diese Maßnahme veranlasst habe. Vor allem aber interessierte ihn, ob OB und Stadtverwaltung „der Auffassung (seien), dass es dem Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung hin dienlich ist, Symbole totalitärer Organisationen und Staaten unkommentiert zu Schau zu stellen.“ Die Antwort fiel denkbar knapp aus: Eine Restaurierung habe nicht stattgefunden, das Bild sei während der Rekonstruktion der Schule lediglich abgedeckt worden. Und: Die Lehrer seien durchaus in der Lage, das Bild den Schülern im Unterricht zu erklären.

In der Tat ist Prof. Kowalzick mit der Antwort nicht zufrieden. Die Stadtverwaltung ziehe sich aus ihrer politischen Verantwortung zurück. Immerhin befinde sich das Gebäude in Zuständigkeit der Kommune. Ob er mit seiner Anfrage provozieren wollte, sich nun gar den Vorwurf eines Bilderstürmers gefallen lassen muss? „In erster Linie wollte ich Denkanstöße vermitteln. Zu keinem Zeitpunkt habe ich die Entfernung oder gar die Zerstörung des Bildes gefordert“, erklärt Prof. Kowalzick. Er wisse auch nicht, ob im Unterricht eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Relief stattfinde und wie die aussehen könne. „Wenn die Schulleiterin aber sagt, seit 1976 habe niemand Anstoß an dem Bild genommen, dann ist das nicht unbedingt ein Hinweis darauf, dass eine inhaltliche Auseinandersetzung stattfindet.“ Was ihn störe, fügt Kowalzick an, sei die unkommentierte Zurschaustellung des Bildes. Er wünsche sich wenigstens Hinweistafeln, die auf die Entstehungsgeschichte hinweisen, Auskunft geben über die Schattenseiten der DDR. Überdies halte er es für problematisch, ein derartiges Relief in einer Grundschule zu platzieren. „Da wäre es mir hinsichtlich eines Dialogs fast lieber, es hinge beipielsweise in einer Mittelschule oder Gymnasium.“ Aber generell sei eine Schule kein zeitgeschichtliches Museum.

Der Bildhauer und frühere Oberbürgermeister von Plauen, Dr. Rolf Magerkord, sieht das Wandbild nicht als „großes Kunstwerk an“. Es sei eine sehr plakative Darstellung des Bildungsprogrammes der damaligen SED-Regierung. „Eine andere Art der Propaganda.“ Trotzdem sollte es in der Schule erhalten bleiben, meint Magerkord. „Aber mit einem erläuternden Text, zum Verstehen, dass auch klar gestellt wird, weshalb und warum es entstanden ist.“ Das Stadtoberhaupt von 1990 bis 2000 sieht das Mosaik eher als Chance für die Lehrer und den Unterricht. „Die Lehrer selber sollen sich einmal darüber klar werden.“ Die heutigen Möglichkeiten hätte es damals nicht gegeben, dies sollten die Lehrer nutzen, so Magerkord.

Ähnlich sieht das auch die Lehrerin und Kommunalpolitikerin Claudia Hänsel (Linke). „Das kann man nutzen. Es gehört ja zur Geschichte.“ Die Deutsch- und Englischlehrerin findet die aktuelle Debatte um das Wandbild „überflüssig“. „Ich verstehe gar nicht die Diskussion. Man sollte es hängen lassen. Ich weiß nicht, welche Rolle das Bild dort spielt. Der Hausherr sollte darüber entscheiden.“ Hänsel vergleicht die Entwicklung mit einem Wandbild aus DDR-Zeiten an der Karl Marx Grundschule. Mit der Schulsanierung verschwand auch der Zeitzeuge. Damals hätten sich viele darüber aufgeregt, dass das Bild wegkommt. „In Reusa ist das Mosaik da gelassen worden und auch wieder wird sich aufgeregt“, so Hänsel.

Schulleiterin Brigitte Schmutzler versteht die Welt nicht mehr. Das Thema nervt sie sehr, weil es von wichtigen Dingen ablenkt, sagt sie auf Anfrage. Derzeit sitzt sie mit Kollegen an der Schulplanung für das nächste Jahr. Seitdem sie an der Schule sei, habe sich niemand an dem Bild gestört, heißt es.

Dieser Auffassung kann der Kunstmaler Manfred Feiler überhaupt nichts abgewinnen. „Ich bin 40 Jahre diffamiert worden und aus dieser Gesellschaft ausgegliedert, weil ich eben keine Auftragswerke ausgeführt habe“, sagt er am Telefon. Dieses Machwerk als Kunst zu bezeichnen könne er nicht verstehen. Bei Rentschs Mosaik handele es sich um Propaganda, „da wurden Kleinkinder politisch erzogen.“ Niemand dieser Künstler habe sich je bei ihm entschuldigt, fügt er an.

„Bei dem Bild handelt es sich um Zeitgeschichte. Ausrufezeichen. Ob es Kunstgeschichte ist, dahinter steht ein Fragezeichen“, sagt der Künstler Dietrich Kelterer. Natürlich sei Auftragskunst Propaganda für ein bestimmtes System. „Ich kenne beide Künstler sehr gut, sie haben sich diesen Bedingungen gebeugt, sonst hätten sie Kohlen schaufeln müssen“, sieht Kelterer den pragmatischen Aspekt. Der Fehler bestehe darin, dass die politisch Verantwortlichen, also auch der Stadtrat, vor der Restaurierung darüber hätten debattieren müssen. Eine einfache Lösung sieht er nicht. Zum Verschenken werde sich keiner finden, zum Verkaufen sowieso nicht. Es in ein Museum zu schaffen käme vermutlich zu teuer. Es mit Hinweistafeln zu kommentieren hält er aber auch für den falschen Weg. „Die Kiddis sind doch nicht auf einem Lehrpfad. Andererseits haben sie das Recht auf ideologiefreie Räume.“ Zerstört wissen will er das Relief aber auch nicht. Bezahlt habe das Bild ja wohl einst der Rat des Bezirkes, dessen demokratischer Nachfolger die Landesbehörden seien. Aber die werden sich auch nicht drum kümmern, sagt Kelterer voraus. „Auf alle Fälle sind mir neutrale Wände lieber“, ergänzt er.

Hintergrund
Das Wandbild aus unzähligen Mosaiksteinen stammt von den beiden Plauener Künstlern Lothar Rentsch und Rolf Andiel (1927-1992). Entstanden ist es in den Jahren 1964/1965. Über ein Jahr haben beide an dem XXL-Mosaik gearbeitet. Der Auftrag für das Bild kam damals aus Chemnitz. Die Künstler reichten jeweils einen Entwurf ein. Da beide gut befreundet waren, wollten sie aber gemeinsam daran arbeiten.

2011-03-25




Kommentar von _... am 29.03.2011; 09:48:05 Uhr

Kommentar zu Debatte um Wandbild aus DDR-Zeiten

Ich weiß nicht was die ganze Diskussion soll. Ich kenne keinen Schüler der Schule der dadurch einen Schaden genommen hat bzw. sich daran gestört hat. Nach Gesprächen mit ehem. Schülern wurde das Bild gar nicht richtig wahr genommen.

Kommentar von _Jürgi am 31.03.2011; 14:38:15 Uhr

Kommentar zu Debatte um Wandbild aus DDR-Zeiten

Es ist typisch für Deutschland das nach einem Systemwechsel alle Namen geändert werden und sämtliche vorhandene geistige, kulturelle und sonstige Substanz geächtet und verleumdet wird.
Dies läßt sich ja mehrfach beweisen. Da Ostdeutschland 1990 den Krieg wieder mal verloren hat und nun westdeutsche Besatzer das Sagen haben, ist diese Diskussion nur verständlich.
Bleibt abzuwarten, wenn einmal chinesische Menschen das sagen haben, dann wird mit Stäbchen gegessen.

Kommentar von _J. Petzold am 01.04.2011; 15:31:15 Uhr

Kommentar zu Debatte um Wandbild aus DDR-Zeiten

"Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“
Die vorangestellten Worte Mahatma Gandhi´s mögen meiner Fassungslosigkeit über den Artikel „Wandbild aus DDR-Zeiten löst Debatte aus“ Ausdruck verleihen. Wann wird unsere Gesellschaft die Kraft, den Geist und die Vernunft aufbringen um aus ihrer Vergangenheit zu lernen und gleichzeitig zur selbigen zu stehen!? Wann hören wir auf unliebsame oder momentan nicht opportune Kapitel unserer Geschichte mit Lügen und Halbwahrheiten zu verleugnen bzw. zu verfälschen!?
Die von Herrn Prof. Dr. Kowalzick angestoßene, populistische Debatte zeugt von verheerender gesellschaftlicher wie auch juristischer Inkompetenz einiger beteiligter Protagonisten.
Betrachtet man zunächst den rein juristischen Aspekt, so erübrigt sich bereits die Diskussion über ein Entfernen des Wandgemäldes, da laut Bundesgesetz jegliche Kunstwerke unter Schutz stehen und nur mit Einwilligung der Künstler verändert werden dürfen.
Somit stellt die unwiederbringliche Vernichtung des Wandbildes von Lothar Rentsch am Gebäude der Karl Marx-Schule bereits einen Straftatbestand dar!
Plauen ist sich offensichtlich für keine Peinlichkeit zu schade. Da ernennt die Stadt Plauen den Künstler Rentsch - wohlgemerkt nach 1989 - auf Grund seiner Verdienste und seines gesellschaftlichen Engagements um seine „Plauener Graphikgemeinschaft“ und seines überregional bedeutenden künstlerischen Werkes zum Ehrenbürger – um kurz darauf ein bedeutendes plastisches Lebenswerk des Künstlers ohne Grund zu vernichten!
Und nun ist ein weiteres, für Rentsch seltenes Werk, welches der Künstler in Zusammenarbeit mit Rolf Andiel verwirklichte, in Gefahr!
Da werden angebliche Restaurierungskosten und vermeintliche „freiheitliche-demokratische Grundwerte“ vorgeschoben um den eigenen politischen Dogmatismus Raum zu schaffen!
Da sonnt sich ein an Selbstverliebtheit nicht zu übertreffender greiser Maler im selbst inszenierten Glorienschein eines vorgeblich „40 Jahre diffamierten, verkannten Künstlers“ bei dem sich Rentsch und Co. zu entschuldigen hätten.
Wenn die Verunglimpfungen von Lothar Rentsch und Rolf Andiel nicht so schwerwiegend wären, würde man auf derartige unkollegiale wie unkorrekte Äußerungen nicht eingehen. Allein soll die verschrobene Selbstwahrnehmung Herrn Feilers hier ein wenig korrigiert werden!
Die vorgebliche Diffamierung Feilers basiert auf einer unqualifizierten, subjektiven Pressekritik eines Parteifunktionärs an Werken des Malers, welche die Galerie Fritz Geyer in ihren Plauener Räumen offerierte. Daraufhin hängte der private Kunsthändler die Werke ab und schon war ein „Opfer des Stalinismus“ geboren.
Im Übrigen erging es Lothar Rentsch ähnlich - auch seine Arbeiten wurden als nicht auf der Linie der Partei befunden. Und auch Rolf Andiel kam spätestens in den 1980-iger Jahren zunehmend mit der offiziellen Parteilinie in Konflikt!
Ganz zu schweigen von zahlreichen anderen Bürgern der DDR welche tatsächlich in Einforderung ihrer Bürgerrechte mit dem DDR- System aneckten!
Darüber hinaus erhielten die meisten vogtländischen Künstler zu DDR-Zeiten wie Feiler keine staatliche Förderung und mussten sich ihren Lebensunterhalt hart freiberuflich erwirtschaften. Nur wenige hatten wie Dr. Rolf Magerkord das Glück, fest beim Rat des Bezikes angestellt über DDR-Kulturpolitik entscheiden zu können, und ein relativ sicheres Einkommen zu haben. Auch Dietrich Kelterer fand seine sichere Insel als Theatermaler am Plauener Vogtlandtheater und musste sich somit nicht anpassen um den Kohlenschippen zu entgehen! Sicher hat Herr Feiler als ehemals an den Rollstuhl gefesselter, querschnittsgelähmter Kriegsinvalide ebenfalls mehr Unterstützung des DDR-Systems erfahren als mancher anderer Künstler. Die Möglichkeit Feilers bereits zu DDR-Zeiten mehrmonatige Arbeitsaufenthalte auf Mallorca zu absolvieren waren auch keine Selbstverständlichkeit für einfache DDR-Bürger. Soweit einige Anmerkungen zu Beiträgen obigen Artikels!
Betrachten wir also zunächst den vermeintlichen „Corpus Delicti“ - ein Wandbild aus den 1960-iger Jahren in der heutigen Grundschule Reusa. Die Darstellung vermittelt im typischen Vokabular des „sozialistischen Realismus“ die seinerzeit gängigen Ideale der DDR-Gesellschaft. Da stehen ein Arbeiter und eine Bäuerin im Vordergrund, die Sonne strahlt von Friedenstauben umflattert, ein Astronaut kündet vom Fortschritt der Wissenschaft und Technik, ein Junge hält eine Taube als Zeichen der pazifistischen Erziehung vor der Kulisse des zur Mahnung an die Gräuel der Nazidiktatur errichteten Buchenwalddenkmals. Was ist anstößig am Dargestellten? Die Kritik an der Flagge der UdSSR mit Hammer und Sichel vor rotem Grund lässt die Frage aufkommen, ob das Sternenbanner an dieser Stelle „politisch korrekter“ wäre. Die Darstellung von Pionieren mit Pionierfahne hat aus heutiger Sicht einen gewissen faden Beigeschmack. Die politisch gleichgeschaltete Erziehung der Kinder gehört sicher zu den Fehlleistungen des Systems. … Nun werden viele Leser die DDR mehr oder weniger aus eigenem Erleben kennen. Jeder wird sein eigenes Bild dieses Landes haben, wird um dessen Schwachstellen, Fehlentwicklungen und Unrecht wissen – wird sich, wenn er unvoreingenommen zurückblickt, wohl auch an gute Seiten erinnern. Fakt ist– „Schubladendenken“ und die ach so einfache „Schwarz-Weiß-Schablone“ werden diesem Land genauso wenig gerecht, wie sie generell nicht zur Beurteilung allen Seins taugen!
Bei allem aus heutiger Sicht wohl zu vordergründig erscheinendem Pathos des Wandbildes, muss man der Entstehungszeit Rechnung tragen und es wie einige Stimmen im Artikel bezeugen als ein Stück Zeitgeschichte betrachten. Aus der sicheren Distanz lässt sich ohnehin bequem und risikolos urteilen – allein es bleibt die Frage nach dem gesellschaftlichen Wert derartiger Auslassungen!
Den „künstlerischen Wert“ des Wandbildes wird jeder Betrachter für sich selbst entscheiden und mag damit seinen eigenen Frieden finden - seien es die Freunde industriemäßig gemalter Bachtäler und Wasserpfützen, seien es die Liebhaber grob behauener Steinklötze mit mythologischem Titel, seien es die Verfechter realistischer Kunst oder die der abstrakten Selbstverwirklichung und umgekippter Farbeimer …
Ich plädiere im Umgang mit diesem eher harmlosen Wandgemälde zu eben jener klugen Unaufgeregtheit, wie sie Frau Schmutzler an den Tag legt!
Wer käme heute zum Beispiel auf die Idee Friedrich den Großen aus unserer Geschichte ausradieren zu wollen? Sogar die real existierende, sozialistische DDR ließ den feudalen Monarchen per Reiterstandbild „Unter den Linden“ aufwändig restauriert wiedererstehen. Die Bundesrepublik bettete später die sterblichen Überreste des Alten Fritz mit militärischen Ehren und Staatsbegräbnis nach Sanssouci um. Der Preußenkönig wurde und wird als aufgeklärter Monarch und Freund der schönen Künste propagiert und gewinnbringend vermarktet. Da spielt es offenbar nur eine untergeordnete Rolle, dass eben jener König auch für den Tod tausender Menschen verantwortlich ist, welche seinem feudalen, kriegerischen Machtstreben zum Opfer fielen!
Die Liste des allgegenwärtigen Opportunismus ließe sich hier beliebig, populistisch fortführen! Allein es bringt uns in der Sache nicht weiter!
Im Übrigen finde ich den Vorschlag Herrn Kowalzicks bezüglich der Hinweistafeln zum Gemälde bedenkenswert! Wenn es dem CDU-Stadtrat derart ernst mit gesellschaftlicher Aufklärung ist, so sollte er jedoch dieses Vorhaben allumfassend und konsequent umsetzen! Dazu gehört zunächst einmal vor der eigenen Türe zu kehren! Als bekennender Christ wäre es z.B. ein guter Anfang am CDU-Parteibüro und an diversen christlichen Einrichtungen Hinweisschilder über Geschichte und Verantwortung dieser Glaubensgemeinschaft anzubringen. Neben unbestreitbar positiven Kapiteln gehören hierzu auch der Hinweis auf ungezählte Tote der Kreuzzüge der Ostexpansion, die Missionierung und Zerstörung der Kultur zahlreicher Urvölker, tausende Hexenverbrennungen und Folter der Inquisition, die Unterdrückung von Wissenschaft und Freiheit im Namen Gottes bis hin zur Segnung von Waffen und Soldaten sowie ihres vernichtenden Werks in den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts! Natürlich sollte man auch die Aktivitäten der katholischen Kirche nach 1945 beim Schutz ehemaliger Naziverbrecher (Stichwort „rat lines“) und die aktuellen Missbrauchsfälle des Klerus erwähnen!
Wollen wir diese Konsequenz der gegenseitigen Anklage, oder halten wir es mit Jesus Christus der in Kenntnis der Fehler eines jeden meint: „Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein …“?
Wollen wir in Zukunft auf tradierte „Bilderstürmerei“ gleich welcher Art verzichten, bedarf es der ehrlichen, ideologisch uneingeschränkten Auseinandersetzung mit unserem Erbe. Auch wenn viele Zeitgenossen den Ausspruch Goethes „Was du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. …“ auf materielle Güter beschränken, dürfte der Erwerb im Sinne einer Rezeption der immateriellen Güter und Erfahrungen unserer Altvorderen von schwerwiegenderer Bedeutung sein.
Dabei sollten wir uns in der Polemik über unabänderbare Fakten der Vergangenheit und ihrer Interpretation nicht den Blick für die Gegenwart und Zukunft verschleiern lassen. Die künftig zu tadelnden und zu richtenden Verfehlungen werden jetzt und auch zukünftig begangen und erfordern eines Jeden Aufmerksamkeit, erfordern mündige Bürger, Mut zum Einspruch und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein.
Das Baden im Gestern ist nur Trockenschwimmen im geheizten Wohnzimmer. Das wirkliche Leben bedeutet hingegen ein oft nicht ungefährliches und mühevolles Ankämpfen gegen den eisigen Strom der alltäglichen Ignoranz!

Jens Petzold
Plauen

Kommentar von _W. Goldhahn, Berlin am 04.04.2011; 12:43:40 Uhr

Kommentar zu Debatte um Wandbild aus DDR-Zeiten

Dem Beitrag von Herrn Petzold ist im positiven Sinne Nichts hinzuzufügen! Die zu ähnlichen "Konflikten" tagtäglich in den Medien, Parteien und Organisationen geführten Diskussionen zeugen nicht nur von Realitätsverlust und geschichtlicher Ignoranz in unserer Gesellschaft, sondern sind willkommener Anlass unsere gegenwärtigen Probleme -ganz zu schweigen von zukünftigen- zu verdrängen.
Sollte es tatsächlich zu einer "Kommentierung" des Wandbildes kommen, dann sei dringend empfohlen, die Ausführungen von Herrn Petzold mit anzubringen!

Kommentar von _Michael am 23.06.2011; 11:45:00 Uhr

Kommentar zu Debatte um Wandbild aus DDR-Zeiten

Wir haben in unserem Land glaube ich wichtiges zu tun als sich über ein Bild den Kopf zu zerbrechen. Wir haben in unserem Land 10 Millionen Menschen ohne Arbeit, ich zähle da die Hartz 4 Leute im Gegensatz unserer Regierung dazu. Ein Tip an den Herr Kowalzick von der CDU, er sollte mal in die Vergangenheit seiner Kanzlerin Merkel schauen was sie vor der Wende predigte und auf welchem Posten sie saß, mein Tip Herr Kowalzick schauen sie mal in die DDR Volkskammer zur Wendezeit. So viel zum Thema Christlich und noch einen Tip an den OB von Plauen Laut Pisa Studie haben die Finnen das beste Schulsystem und woher haben sie es übernommen? Richtig aus der DDR.

Kommentar von _S.A.Leonhardt am 01.05.2013; 18:00:21 Uhr

Kommentar zu Debatte um Wandbild aus DDR-Zeiten

Ich lebe nicht in Plauen. Da ich kunstinteressiert bin, habe aber seinerzeit die intellektuellen Ergüsse von Gegnern des Mosaikbildes an der Grundschule in Reusa verfolgt. Nachdem 2 Jahre vergangen sind würde mich interessieren, ob Herr Prof. Dr. Kowalzick die Anbringung von Hinweistafeln zur Entstehungsgeschichte des Bildes in die Tat umgesetzt hat oder ob es bei Worten geblieben ist.

Siegfried Leonhardt

Kommentar zu Debatte um Wandbild aus DDR-Zeiten?

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