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Erschreckend

Von Wilfried Hub

Es gibt Kommentare, da weiß man vorher schon, dass man hinterher Ärger bekommt. Aber vielleicht sind genau das die Kommentare, die geschrieben werden müssen. Denn was sich derzeit in unserem Land, aber auch im Vogtland und in Plauen abspielt, ist einfach nicht hinnehmbar: Hass-Tiraden gegen Ausländer, Angriffe auf Asylsuchende und Anschläge auf Flüchtlingsheime. Mit einer kultivierten Gesellschaft hat das nichts mehr zu tun. Und es wird immer schlimmer. Die feindseligen und menschenverachtenden Stimmen, die ich täglich im Internet lesen muss, erschrecken mich. Das Schlimmste ist, dass sie nicht nur von Rechtsextremen stammen, sondern auch von Menschen, die mir bislang sympathisch waren, sogar zu meinen Freunden zählten. Leute, kommt endlich zur Besinnung!

Ich sehe im verstärkten Zustrom von Flüchtlingen und Asylsuchenden nach Deutschland und Europa weniger ein Problem, sondern eher eine Aufgabe. Diese Aufgabe müssen wir annehmen und gemeinsam lösen. Deutschland hat schon viel größere Schwierigkeiten bewältigt. Ich bin mir sicher, dass wir auch diese neue Herausforderung meistern können. Aber ganz gewiss nicht, wenn wir diejenigen, die am wenigsten für die Situation können, nämlich die Menschen, die in ihrer Not bei uns Hilfe suchen, ablehnen, ausgrenzen und mit Hass verfolgen. Ja, es passt so manches nicht in der deutschen und europäischen Asyl- und Ausländerpolitik. Da wurden und werden Fehler gemacht. Das ist kritikwürdig. Und darüber muss auch gesprochen werden, damit sich etwas ändert. Wer das kritisiert, wird nicht in die rechte Ecke gestellt.

Ja, es stimmt, die vielen Asylbewerber aus Bosnien, Mazedonien und anderen Balkanstaaten, die sich aus wirtschaftlichen Gründen auf den weiten Weg nach Deutschland machen, können bei uns kein Asyl bekommen. Aber wenn sie hier sind, haben sie das Recht, wie Menschen behandelt zu werden. Und ihnen steht ein rechtsstaatliches Verfahren zu, auch mit Widerspruch bei einer Ablehnung. Wir können stolz sein auf unseren Rechtsstaat. Doch wir müssen aufpassen, dass wir ihn nicht beschädigen, nur weil uns gerade etwas nicht passt. Die Verfahren innerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten zu beschleunigen, ist richtig. Doch die Politiker sollten vor allem darüber nachdenken, wie die Lebensverhältnisse in den Herkunftsländern zu verbessern sind. Es ist eine Schande, dass es in Europa noch Regionen gibt, in denen es den Menschen so schlecht geht, dass sie unter schlimmsten Bedingungen ihre Heimat verlassen, um bei uns eine neue zu finden.

Mitmenschlichkeit gefragt

Bei Kriegsflüchtlingen aus Syrien oder einigen afrikanischen Ländern ist es vor allem das Gebot der Mitmenschlichkeit, dass wir diese Leute bei uns aufnehmen. Sie werden vermutlich länger bei uns und mit uns leben. Für ein gutes Miteinander sind Asylbewerber und Deutsche gleichermaßen verantwortlich. Natürlich müssen sich die Ausländer anpassen. Aber wir müssen ihnen auch helfen, sich in der für sie neuen und ungewohnten Welt zurecht zu finden. Sie müssen Deutsch lernen und sie brauchen Arbeit. Und zwar nicht erst nach der Anerkennung als Asylant. Es ist unsere Aufgabe, diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Immer höhere Zäune und immer größere Zeltlager helfen ganz sicher nicht.

Es gibt viele positive Beispiele in unserer Region, wo Menschen Asylbewerbern und Flüchtlingen helfen und für Ausländer eintreten. Wir berichten seit einiger Zeit darüber und werden das auch so beibehalten, obwohl es einigen nicht passt. Die Flüchtlinge haben eine schreckliche Zeit hinter sich. Gut, dass es Vogtländer gibt, die ihnen zeigen, dass sie willkommen sind. Das macht Mut und gibt Hoffnung. Vielleicht ist unsere Gesellschaft ja doch nicht so verroht und voll Hass wie uns das Internet glauben machen will.

2015-08-07




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